iOS7 - Die sieben besten Neuerungen (abgesehen von der Grafik)

iOS7

Die sieben besten Neuerungen (abgesehen von der Grafik)

Pascal Schaufelberger
von Pascal Schaufelberger
Lesezeit: 7 Minuten

Apple hat mit iOS7 dem Betriebssystem eine optische Frischzellenkur verpasst. Doch auch unter der Oberfläche haben einige Änderungen stattgefunden. Zusätzlich wurden neue Funktionen eingeführt, die den Benutzer im täglichen Umgang mit den Applegeräten unterstützen. iOS7 ist seit nunmehr einem Monat erhältlich und ich habe mir für diesen Labs die interessantesten Änderungen herausgesucht. Auf den Fingerabdruckscanner gehe ich hier bewusst nicht ein, da schon Unmengen von Artikel über dieses Feature veröffentlicht wurden.

Das neue Gesicht des Apple iOS

Location Service

Der verbesserte Location Service ist mir als erstes aufgefallen. Unter anderem musste ich feststellen, dass nach dem Update und deaktiviertem Service sich die Uhr nicht richtig abgeglichen hatte und ich plötzlich die korrekte Zeit aus einer Südamerikanischen Zeitzone eingestellt hatte. Nicht jeder in meinem Umfeld hatte das Glück und hat dies frühzeitig bemerkt. Doch ein still eingeführtes Feature des Services ist viel interessanter für mich. Nämlich Frequent Locations. Benutzer von Android kennen dies schon länger: Hier wird die Lokation abgespeichert, wenn man sich länger als 30 Minuten an demselben Ort aufhält.

Genutzt werden diese Daten unter anderem im Control Center, um anzuzeigen, wie lange der Weg vom aktuellen Standort nach Hause dauern würde. Da die Daten inklusive Datums und Zeitangaben gespeichert werden, lässt sich auf einfache Weise ein Bewegungsprofil des Benutzers erstellen. Wer das nicht möchte, sollte die Funktion unter Settings > Privacy > Location Services > System Services > Frequent Locations ausschalten. Gerade wenn das Gerät von der Firma zur Verfügung gestellt wird, sollte auf dieses Feature verzichtet werden, damit keine Bewegungsprofile von Mitarbeitern erstellt werden können.

AirDrop

Dieses Feature ist den Mac OS X Benutzern schon seit der Version 10.7 bekannt und dient dem schnellen und drahtlosen Datenaustausch. Gleich wie in der Version von Mac OS X müssen die Geräte mit dem selben Netzwerk verbunden oder via Bluetooth erreichbar sein. Der Datenaustausch erfolgt über WiFi oder Bluetooth und die Geräte müssen innerhalb einer gewissen Reichweite zueinander stehen. AirDrop bietet drei verschiedene Einstellungsmöglichkeiten an:

Dies kann man schnell und einfach über das Control Center konfigurieren.

Es sind zwar noch keine Schwachstellen bekannt, doch gilt es auch hier den Angriffsvektor möglichst klein zu halten. So sollte dieser Dienst wenn möglich immer auf Off gestellt sein und nur bei Bedarf aktiviert werden. Wenn er dann aktiviert wird, sollte er nur im Modus Contacts only betrieben werden. Vom Everyone Betrieb sollte gänzlich abgesehen werden.

Find My iPhone

Find My iPhone wurde in der neuesten Version um zwei kleine Funktionen erweitert.

Dies sind zwei Features, die den Diebstahl eines iOS Geräts weiter unattraktiv machen und dem Benutzer zusätzliche Sicherheit bietet.

ThirdParty App Data Protection

Dieses Feature ist eine sehr willkommene Verbesserung des Datenschutzes auf dem Gerät. Hierbei wird mittels des Benutzerpassworts ein Encryptionkey generiert, der alle Daten innerhalb der Apps verschlüsselt. Erst wenn der Benutzer das Gerät entsperrt, werden die Daten entschlüsselt dargestellt.

Dies gilt für alle Apps, die aus dem Apple Appstore bezogen wurden. Auch können Entwickler, die firmeninterne Apps entwickeln, auf dieses Feature zugreifen. Ich kann hier natürlich nur strengstens empfehlen, dass dies nun bei allen intern entwickelten Apps geschieht.

Per App VPN

Dieses Feature gibt der IT-Abteilung eines jeden Unternehmens die Möglichkeit, dass automatisch eine VPN Verbindung aufgebaut wird, wenn eine bestimmte App gestartet wird. Dies ermöglicht den Firmen, dass Applikationen Daten ausschliesslich über eine verschlüsselte Verbindung übermitteln.

Persönliche Kommunikation des Benutzers über Email und den Browser sollten aber nicht über das Firmennetz umgeleitet werden. Dies ist vor allem wichtig, wenn das Gerät auch für die private Nutzung freigegeben wurde und das Aufzeichnen von persönlichen Aktivitäten nicht erfolgen soll.

Control Panel

Das Control Panel ist eines der Highlights des iOS7. Der Benutzer erhält die Möglichkeit, schnell auf bestimmte Systemeinstellungen oder Standardapps zuzugreifen. Das Control Panel kann von jedem beliebigen Ort aufgerufen werden, indem man mit dem Finger von unten nach oben über den Bildschirm fährt. Dies ist sogar mit gesperrtem Bildschirm möglich, wobei einige Funktionen der Apps eingeschränkt wurden. Doch kurz nach der Veröffentlichung von iOS7 wurde ein Bug bekannt, der es einem Angreifer erlaubt, über das Control Panel den Sperrbildschirm zu umgehen.

Dies wurde mittlerweile behoben, doch bleibt ein schaler Beigeschmack. Zur Sicherheit sollte das Control Panel auf dem Startbildschirm deaktiviert werden. Dies kann natürlich auch über eine Mobile Device Management (MDM) Richtlinie konfiguriert werden. Hier wünschte ich mir von Apple, dass sie dem Benutzer erlauben würden, die angebotenen Funktionen des Control Panels im Sperrbildschirm manuell zu konfigurieren, da ich und auch viele andere Nutzer dieses nützliche Feature nicht missen wollen.

Eines der besten Features am neuen iOS: Das Control Panel

iOS in the Car

Namhafte Autohersteller haben ihre Unterstützung für dieses Feature angekündigt. Leider war es bei Redaktionschluss noch nicht erhältlich. Auch verspürte ich noch keinen Drang, mir ein neues Auto anzuschaffen, das dieses Feature unterstützt. Doch erweitert Apple mit dieser Aktion ihr Ökosystem kontinuierlich.

Ich persönlich begrüsse es sehr, dass ich in Zukunft auch im Auto auf Funktionen des iOS zugreifen kann und die App-Entwickler lassen sich sicher das eine oder andere Gimmick einfallen, die unsere Autofahrten positiv beeinträchtigen könnten. Doch bevor man sein iOS Gerät mit dem Auto verbindet, sollte man sich über die möglichen Risiken informieren. Apple, wie auch andere Firmen, ist ja dafür bekannt, Daten zu sammeln und auf irgendeine Weise abzuspeichern.

Fazit

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, so auch über das neue Design. Meiner Meinung nach wirkt iOS frischer und das auch auf älteren Geräten. Gerade aber die die neuen Funktionen, wie das Control Panel, bringen iOS7 vorwärts und ein Update ist definitiv lohnenswert.

Wie auch bei allen iOS Updates hat Apple bei diesem wieder Security Bugs behoben und spätestens nach dem Release der Version 7.0.4 sollte sich jeder iPhone- und iPad-Besitzer spätestens mit dem Gedanken befassen und auf iOS7 wechseln. Auch nach diesem Major Update des Betriebssystems stellt Apple den Support für ältere Versionen ein und es werden keine weiteren sicherheitsrelevanten Patches für iOS6 veröffentlicht.

Über den Autor

Pascal Schaufelberger

Pascal Schaufelberger ist seit 2003 im Bereich der Informationssicherheit tätig. Seine Schwerpunkte liegen im Engineering, wobei er sich hauptsächlich im Bereich OS-Security, Remote Access, Firewalling und Virtualisierung bewegt.

Links

Herausforderung Datenschutz-Grundverordnung DSGVO?

Unsere Spezialisten kontaktieren Sie gern!

×
TIBER-EU Framework

TIBER-EU Framework

Dominik Altermatt

Vertrauen und KI

Vertrauen und KI

Marisa Tschopp

Datenverschlüsselung in der Cloud

Datenverschlüsselung in der Cloud

Tomaso Vasella

Cyber Threat Intelligence

Cyber Threat Intelligence

Marc Ruef

Sie wollen mehr?

Weitere Artikel im Archiv

Sie brauchen Unterstützung bei einem solchen Projekt?

Unsere Spezialisten kontaktieren Sie gern!

Sie wollen mehr?

Weitere Artikel im Archiv