Interview zu Black Death in Darknet

Interview zu Black Death in Darknet

Dienstag, 8. August 2017

Die italienische Polizei meldete diese Tage die Festnahme eines Menschenhändlers im Darknet. Dieser behauptet Teil der Gruppierung Black Death zu sein. Der Journalist Tobias Bolzern diskutiert in 20 Minuten mit Marc Ruef die Hintergründe, Ziele und Möglichkeiten der umstrittenen Vereinigung. Einblick in den digitalen Untergrund gewährt unser Fachbeitrag zum Thema Darknet.

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Wir führen für verschiedene Kunden regelmässige Recherchen im Darknet durch. Zum Beispiel, um durchschnittliche Preise für gestohlene Kreditkarten zu ermitteln. Die Gruppe ist uns bei solchen Aufträgen auch schon begegnet.

Sie selbst war noch nie Teil eines spezifischen Auftrags. Im Rahmen der Recherchen sind wir aber immer darum bemüht herauszufinden, welche Angebote echt sind und welche nicht. Extreme Angebote, wie diese sind da natürlich von besonderem Interesse.

Die Vereinigung bietet verschiedene kriminelle Dienstleistungen an. Dazu gehören klassische Bereiche wie Drogen- und Waffenhandel. Aber auch spezialisierte Angebote wie Auftragsmorde und Menschenhandel.

Die Angebote sind ziemlich gut gemacht. Die Wortwahl wirklich professionell und die Angebote wurden regelmässig aktualisiert. Dies sind zwei Eigenschaften, die nicht selbstverständlich sind für Fake-Angebote. Entlarvend ist jedoch die Preisstruktur bei Auftragsmord und Menschenhandel (ich habe Dir mal unsere Preisanalysen für Auftragsmorde mitgeschickt).

Die Rede ist da von 10’000 USD für professionelle Auftragskiller aus Osteuropa. Das ist für einen Profi generell zu wenig. Zudem ist es bei der Preisstruktur weniger wichtig, woher der Auftragsnehmer kommt. Die Preise werden in erster Linie definiert durch das Land, in dem der Auftrag ausgeführt werden soll und die “Wichtigkeit” der Zielperson. Desweiteren wird preislich in der Regel zwischen “Clean” (professionell, keine Sauerei, unmittelbarer Tod) und “Non-Clean” unterschieden.

Da zudem Vorauskasse erforderlich wird und aus fadenscheinigen Gründen auf einen Escrow-Service (Mittelsmann zur Kaufabwicklung) verzichtet wird, gehen wir von einem Fake aus. Benutzer haben herausgefunden, dass ein Bild, das bei einem Angebot für eine entführte US-Amerikanerin aus einem öffentlich verfügbaren Porno-Clip stammt.

Solche Darknet-Geschichten sind immer schwierig einzuschätzen, denn hier schaukelt sich die Presse manchmal selber hoch. Als Aussenstehender wird es dann sehr schwierig abzuschätzen, was plausibel sein könnte.

Dennoch muss man festhalten, dass die Ermittlungserfolge in dieser Richtung in den letzten Jahren stark zugenommen haben. Hier muss man den Behörden ganz klar ein Kompliment machen.

Marc Ruef

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