Zürcher Polizei hat Spionagesoftware gekauft

Zürcher Polizei hat Spionagesoftware gekauft

Dienstag, 7. Juli 2015

Hacker haben 400GB Daten der italienischen Software-Entwicklungsfirma Hacking Team veröffentlicht. Darunter sind Geschäftsreporte, vertrauliche Unterlagen und Kundenverzeichnisse. Da Hacking Team aufgrund der Entwicklung und dem Verkauf von Spionagesoftware wie Da Vinci wie auch der Arbeit für Regierungen in der Welt der Information Security als zwielichtig gilt und von den Reporters Without Borders sogar als Enemy of the Internet bezeichnet wird, sind die Kundendaten des Unternehmens von grossem Interesse.

Die Liste zeigt, dass – entgegen Versicherungen Hacking Teams – mit nicht nur ethisch einwandfreien Regierungen Handel getrieben wurde. Nebst wenig ethischen Regierungen wie die Russlands oder des Sudans gehört auch die Schweiz zu den Kunden. Die Kantonspolizei Zürich hat laut geleakten Dokumenten zum Preis von 486 500 Euro (etwa 507 000 Franken) einen Handy-Trojaner namens Galileo gekauft, der von Roman Rey, Redaktor der Online-Zeitung Watson, wie folgt beschrieben wird:

Mit der Software Galileo können sich die Polizisten vollständig Zugriff auf Smartphones verschaffen, SMS lesen, Gespräche abhören, und sich sogar in die Kamera und das Mikrofon einklinken.

Da es laut Thomas Hansjakob, erstem Rechtsanwalt des Kantons St. Gallen, noch keine Rechtsgrundlage für den Einsatz von Software wie Galileo gibt, hat Rey Marc Ruef zum Thema befragt. Ruef meint, dass die Überwachung durch Spionagesoftware notwendig sei, aber dass es sich durchaus um eine heikle Sache handle, da eine Zielperson nach wie vor ein Recht auf Privatsphäre hat.

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