Hacker-Kleidung - Ein nicht ganz ernst gemeinter Test

Hacker-Kleidung

Ein nicht ganz ernst gemeinter Test

Dominik Bärlocher
Dominik Bärlocher
Veit Hailperin
Veit Hailperin
Lesezeit: 7 Minuten
Hinweis
Dieser Beitrag ist mit einem Augenzwinkern zu lesen.

Es ist nicht weit hergeholt, dass Menschen, die sich in ihrer Haut und in ihrer Kleidung wohl fühlen, effektiver und effizienter arbeiten. Daher lohnt es sich, sich Gedanken über das eigene Outfit im Büro zu machen. In diesem Labs werden wir einige Varianten eines für die Information Security gedachten und gleichzeitig modischen Outfits auf Prakitkabilität zu testen.

In diesem Labs wird die Kleidung, die von scip-Mitarbeitern zu Anlässen mit Repräsentationscharakter getragen wird, nicht berücksichtigt. Es geht hierbei um die Kleidung, die getragen warden kann, wenn es heisst, einen Tag lang am Bildschirm zu arbeiten und so die Netzwerke dieser Welt etwas sicherer zu machen.

Ausgangslage

Mit dem aktuellen Dresscode im Büro sind die scip-Mitarbeiter eigentlich zufrieden. Doch da sie immer bestrebt sind, Resultate wie auch Arbeit und Prozesse zu optimieren, sind in jüngster Vergangenheit Fragen zum Outfit aufgekommen.

Der Test

Obwohl komplizierte Metrik zur Messung des Komforts und der Effizienz angesetzt werden könnte, ist beschlossen worden, dass der Test subjektiv verlaufen und jedes Outfit individuell bewertet werden kann.

Die Effektivität und Effizienz lässt sich relativ einfach überprüfen.

Für den Test wird folgender Code-Schnipsel hinhalten. Es handelt sich hierbei um das amerikanische Kinderlied 99 Bottles of Beer in Python.

for quant in range(99, 0, -1):
   if quant > 1:
      print quant, "bottles of beer on the wall,", quant, "bottles of beer."
      if quant > 2:
         suffix = str(quant - 1) + " bottles of beer on the wall."
      else:
         suffix = "1 bottle of beer on the wall."
   elif quant == 1:
      print "1 bottle of beer on the wall, 1 bottle of beer."
      suffix = "no more beer on the wall!"
   print "Take one down, pass it around,", suffix
   print "--"

Unserem Tester gelang es, diesen Code in 1 Minute 54 Sekunden fehlerfrei abzutippen.

Benchmark des neuen Outfits

Für das getestete Outfit hat das Projekt-Team die am meisten publizierte Kleidung für Hacker gesucht und entsprechend Kleidungsstücke gesammelt.

Pate für das Outfit stand am Ende der Recherche folgendes Bild:

Ein Hacker wie er in vielen Zeitungen abgebildet ist

Glücklicherweise gibt es von diesem Typus Hacker genügend Fotos in Bildarchiven.

Der Test

Das Hacker-Outfit angezogen kann der Test beginnen.

Der Test kann losgehen

for qumntg in range(99, 0,  -1)^:
   if quant > 1:
     prin t quanmtz, "bottles of beer on the wall,", quamnt, "bottles of bededf."
	 if quamt > 2:
		suffix = str(quant -1q ) + "bottles of ber on he wall."
	else:
		suffix = "1 bottle of beder omn the wall."
elif quamnt == 1q
print "Take one down pass it around,", suffix
print "--"

Unser Tester brauchte 4 minuten 37 Sekunden um den Text mit zehn Tippfehlern abzutippen. Sowohl Effizienz wie auch Effektivität sind gesunken.

Anders als angenommen ist der Mittelfinger der beste Finger, um zu tippen. Das Zehnfingersystem funktioniert hingegen überhaupt nicht, da die Fingerspitzen des Handschuhs zu klobig sind. Das hat aber auch seine Vorteile. Das Zeichen > – auf Schweizerdeutschen Tastaturen SHIFT+< in der unteren linken Ecke der Tastatur, kann wesentlich schneller und einfacher getippt werden, da es Hackern leicht fällt, zwei Tasten gleichzeitig mit einem Finger zu drücken.

Der Kapuzenpulli ist hingegen ein Volltreffer. Mit der Kapuze im Gesicht werden die Augen und die Haut des erfahrungsgemäss lichtscheuen Hackers geschont. Daher ist der sogenannte Hoodie nicht nur gesundheitstechnisch sinnvoll, sondern schafft auch ausserhalb des heimischen Kellers eine Vertraute Umgebung für den Hacker.

Die Sturmhaube hingegen ist alles andere als Ideal für Hacker. Die Körpertemperatur erhöht sich innerhalb weniger Minuten drastisch. Es wird stickig, da die Luftzirkulation keines der Features eines Kellers ist. Wenn ein Hacker während eines ganzen Tages eine Sturmmaske tragen muss, so muss die Klimaanlage aufgedreht werden. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass sich das nähere Umfeld des Hackers mit Körpergeruch abfindet.

Unpraktisch aber sicher

Nach der Testphase des Outfits sind wir zum Schluss gekommen, dass ein Hacker-Outfit wie wir es aus den Medien kennen einige Fragen aufwirft. Namentlich: Wieso trägt ein Hacker eine Maske, wenn die Webcam ohnehin ausgeschaltet ist?

Die Antwort: Sicherheit. Das ist das eine herausstechende Feature des Outfits. Ein Hacker hinterlässt dank den Handschuhen keine Fingerabdrücke auf der Tastatur und sein Gesicht ist von der Webcam nicht auszumachen. Beides sind eindeutige Identifikatoren im Falle einer Verhaftung.

Dennoch wird die Hitze im Outfit schnell unerträglich. Es liegt nun an Designern, Hoodies und Sturmmasken herzustellen, die Hackern das Atmen erleichtern und auch bei niedriger Luftzirkulation geruchsneutral bleiben.

Über die Autoren

Dominik Bärlocher

Der Journalist Dominik Bärlocher ist seit 2006 im IT-Bereich tätig. Während seiner Arbeit als Journalist bei grossen Schweizer Zeitungen sind ihm seine Recherchefähigkeiten und seine IT-Affinität immer wieder zu Hilfe gekommen. Bei scip AG führt er OSINT Researches durch und betreibt Information Gathering.

Veit Hailperin

Veit Hailperin arbeitet seit 2010 im Bereich der Informationssicherheit. Seine Forschung konzentriert sich auf Network und Application Layer Security sowie auf den Schutz der Privatsphäre. Die Resultate präsentiert er an Konferenzen.

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