Hacking Team arbeitet an Galileo-Nachfolger

Hacking Team arbeitet an Galileo-Nachfolger

Montag, 13. Juli 2015

Der von der Kantonspolizei Zürich gekaufte Staatstrojaner ist unbrauchbar, trotz früherer Aussage von Christiane Lentjes Meili, Chefin der Kriminalpolizei Zürich. Dennoch gibt sich der Hersteller des Trojaners namens Galileo aber nicht geschlagen. Laut Artikel der Limmattaler Zeitung arbeiten die italienischen Programmierer, die laut Reporters Without Borders Enemies of the Internet sind, an einer Nachfolgeversion, die wieder den vollen Funktionsumfang bieten soll. Derzeit gilt Galileo als unbrauchbar, da der Quellecode frei verfügbar ist und Antivirenprogramme auf Merkmale Galileos angepasst werden können.

Journalist Philipp Lenherr hat im Zuge der Recherche für seinen Artikel in der Limmattaler Zeitung scip-Mitgründer Marc Ruef befragt. Ruef stellt fest, dass eine neue Version Galileos eine Herausforderung darstelle, da Hacking Team für die Wiederherstellung des vollen Funktionsumfangs des Trojaners wissen müsste, woran Antivirenlösungen die Spionagesoftware erkennen. Da dies sehr schwierig ist und aus anderen Gründen geht Ruef davon aus, dass Hacking Team eingehen wird.

Der Kantonspolizei stellt Marc Ruef in Philipp Lenherrs Artikel kein gutes Zeugnis aus. Die Ermittler hätten es versäumt, Galileos Quellcode genau auf Integrität und Vertraulichkeit zu untersuchen. Denn Hacking Team hat in jedes seiner Produkte eine Backdoor eingebaut, was den Italienern das bespitzeln ihrer Kunden erlaubt.

Der Einsatz dieser Software ist eines Rechtsstaates unwürdig und technologisch bedenklich. Überwachungssoftware, die polizeilich eingesetzt wird, muss einer sehr strengen Qualitätskontrolle unterliegen.

Abschliessend weist Ruef auf die hohen ethischen, technologischen und rechtlichen Anforderungen an einen Staatstrojaner und dessen Einsatz hin.

Hacking Team arbeitet an Galileo-Nachfolger

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