scip Cybersecurity Forecast - Voraussagen für 2020

scip Cybersecurity Forecast

Voraussagen für 2020

Marc Ruef
von Marc Ruef
am 19. Dezember 2019
Lesezeit: 4 Minuten

Wie jedes Jahr möchten wir auch zum Ende des Jahres 2019 einen Forecast für das kommende Jahr 2020 machen. Nachfolgend eben jene Themen, die sich unseres Erachtens manifestieren oder gar noch weiterentwickeln werden:

Fragmentierung von Datenschutzbestimmungen

Die Einführung der EU-Datenschutzgrundverordnung DSGVO hat viele Firmen weltweit vor grosse Herausforderungen gestellt. Verschiedene Länder und gar einzelne Staaten in den USA sind nun zusätzlich darum bemüht, ihre eigenen weltweit anzuerkennenden Datenschutzanforderungen zu etablieren. Diese Fragmentierung wird in einem ersten Schritt zu einem Mehraufwand in vielen Branchen führen. Lanfristig kann aber ein Abgleich und dadurch eine Vereinheitlichung stattfinden, wodurch die zu erwartenden Investitionen diesbezüglich abflauen werden.


Kritik an Big Tech Firmen

Dass die grossen Technologieunternehmen, in erster Linie aus den USA, ihre Nutzer einem Diktat unterwerfen, scheint immer offensichtlicher. Die Kritik der oftmals bewusst durchgesetzten Steuerung wird von gesellschaftlicher und politischer Seite zunehmen. Die Gesellschaftskritik wird in den westlichen Ländern durch gesetzliche Anforderungen eine Gegenbewegung auslösen, die ihrerseits die Macht von Firmen wie Google und Facebook limitieren wird. Es bleibt abzuwarten, ob durch die geschaffenen Arbeitsstellen und Investitionen eine Hörigkeit der Politik offensichtlich wird.


Sprachassistenten in vielerlei Formen

Sprachassistenten (Conversational AI) erfreuen sich noch immer zunehmender Beliebtheit. Dass diese nicht nur auf Smartphones und Computersystemen verfügbar sind, macht sie vielseitig einsetzbar. Modulare Lösungen, die als unauffällige Hardware oder gar nur als Software nachgerüstet werden können, werden den Markt erobern. Einzug halten werden sie konsequent in Autos, Fernsehgeräten, Spielkonsolen, Küchengeräten, Leuchtmitteln, Möbeln, Kopfhörern und Brillen. Hier setzt vor allem Amazon mit Alexa Akzente, die mittlerweile in zig Farben und Formen zur Verfügung steht.


AI, AR und VR halten Einzug in den Alltag

Artificial Intelligence (AI), Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) sind Technologien, die immer mehr gesellschaftliche Akzeptanz erlangen. Dies ist einerseits auf die technologischen Verbesserungen (z.B. Latenz, Framerate, Auflösung), andererseits aber auch auf die konkret nutzbaren Use-Cases zurückzuführen. Der durch sie gewährte Mehrwert führt zusätzlichen Komfort und erweiterte Effizienz ein. Über lange Zeit sind diese Mechanismen nicht mehr aus alltäglichen Aktivitäten wegzudenken. Die Verbesserung der Technologien wird dann wohl auch zu einer neuen Iteraration der Google Glasses und damit zu einer Diskussion bezüglich Social Scoring führen.


Spezialisierte Cyberversicherungen

Der breitflächige Test von Cyberversicherungen, die ihre technischen und rechtlichen Unzulänglichkeiten offenlegen werden, blieben bisher aus. Dennoch werden die Versicherugen mit Profit vor Augen spezialisierte Cyberversicherungen vorantreiben. Diese können dann für Autos, Heizungssysteme und Küchengeräte abgeschlossen werden. Dass in vielen Policen die Deckung von Ransomware nur beschränkt gewährleistet wird, dürfte bei manchen Versicherungsnehmern zu einem bösen Erwachen führen.


Fragmentierung durch Ökosysteme fördert Rückkehr zu Altbekanntem

Die Anzahl der Ökosysteme ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Dies gilt für Betriebssysteme genauso wie für Anbieter von Video-Straming. Diese erhöhte Fragmentierung führt zu einer Müdigkeit der Konsumenten, die sich nicht mit der Vielzahl unterschiedlicher Angebote auseinandersetzen und vor allem nicht in die miteinander inkompatiblen Lösungen investieren wollen. Dadurch wird eine Rückkehr zu Altbekanntem eingeläutet. Ökosysteme müssen sich öffnen, sich zusammenschliessen oder mindestens Kompatibilitäten schaffen. Ansonsten werden Konsumenten wieder vermehrt auf traditionelle illegale Distributionswege zurückgreifen wollen.


Über den Autor

Marc Ruef

Marc Ruef ist seit Ende der 1990er Jahre im Cybersecurity-Bereich aktiv. Er hat vor allem im deutschsprachigen Raum aufgrund der Vielzahl durch ihn veröffentlichten Fachpublikationen und Bücher – dazu gehört besonders Die Kunst des Penetration Testing – Bekanntheit erlangt. Er ist Dozent an verschiedenen Hochschulen, darunter ETH, HWZ, HSLU und IKF. (ORCID 0000-0002-1328-6357)

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